Das Trainingskonzept

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1. Ganzheitliches Lernen

Die Förderung von Handlungskompetenzen, z. B. von Empathie, Konfliktfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Toleranz oder Identitätsbalance erfordert Lernsituationen und Vermittlungsformen, die kognitive, affektive und soziale Lernprozesse integrieren und praktische Erfahrungsmöglichkeiten und Verhaltensänderungen zulassen.

Trainings sind eine besonders gut geeignete Möglichkeit, komplexe Lernsituationen für Handlungserfahrungen in der Erwachsenenbildung herzustellen. Allerdings sind die Lernergebnisse stark prozessgebunden, nicht genau planbar und abhängig von der Lernkultur und dem jeweiligen situationsspezifischen Engagement der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. 

Kurz: Trainings fördern den gezielten Aufbau von Handlungskompetenzen, sie bieten eine hohe Lernintensität und sind nahe an der Person der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, deren Verhalten durch Übungen und Erprobungen sowie durch die Reflexion der Lernprozesse und ?ergebnisse geschult wird.

2. Zur Didaktik und der Rolle des Trainers

Die Trainings besitzen eine eigenständige Struktur und Methodik. Zeitlich gesehen sind Trainings nicht in wöchentlichen Einzelstunden durchführbar, sie benötigen zusammenhängende, große Zeitblöcke.

Didaktisch können Trainings zwischen Spiel, Simulation und Realität verortet werden. Sie verändern die Rolle des Lehrenden, weil dieser in der Moderationsrolle sehr methodisch orientiert vorgehen und die Teilnehmerpersönlichkeit mit individuellen und gruppenbezogenen Erfahrungen in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stellen. Die Selbsttätigkeit der TeilnehmerInnen wird gestärkt.

3. Selbstbestimmtes Lernen

Trainings können für die TeilnehmerInnen in einem doppelten Sinne bedeutsam werden. Zum einen können sie sich durch entsprechende thematische Angebote eine erweiterte Basis für ihr zukünftiges (Führungs-)Handeln über gemeinsame Erfahrungen, Wertereflexion und Begriffsbildung schaffen. Zum anderen können sie sich durch selbst gewählte Trainings speziell auf sie abgestimmte Kompetenzen aneignen.

 4. Erweiterte Überlegungen zur Methodik

Um die Bedeutung der Lernform ?Training? angemessen erfassen zu können ist es wichtig, sich über die Besonderheiten des Lernens Erwachsener bewusst zu werden.

Erwachsene verfügen in der Regel bereits über ein umfangreiches Repertoire an Wissen und Fertigkeiten, sie haben ihre Meinungen und Interpretationen der Welt. Ihr Lernen ist daher in erster Linie vom Ver-Lernen geprägt. Lernen im Rahmen der Erwachsenenbildung hat es also in erster Linie damit zu tun, an Kenntnisse und Erfahrungen anzuknüpfen, an bereits bestehende kognitive, affektive und soziale Wahrnehmungen anzuschließen.

Trainings sind an den Interessen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer orientiert und erkennen diese als kompetente und selbstbewusste Lern-Partner an. Und Lern-Partner bedeutet gerade im Kontext von Trainings, dass in der dort Lernprozesse in beide Richtungen laufen können.

Erwachsenenbildung, die diese Annahmen ernst nimmt, geht bei der Gestaltung ihrer Methoden von drei Grundssätzen aus.

Der erste heißt: Erwachsene sind Menschen mit eigenen Kenntnissen und Erfahrungen, die berücksichtigt und im Lehr-Lern-Prozess fruchtbar gemacht werden müssen; Erwachsene sind daher nicht Konsumenten, sondern gestalten den Lehr-Lern-Prozess mit = Anknüpfen an Vorerfahrung

Der zweite heißt: Gelernt wird am effektivsten, wenn die Lernenden selbst aktiv sind - diese lerntheoretische Annahme ist inzwischen empirisch gut belegt. Die Lehrmethoden müssen daher die lernenden Erwachsenen aktivieren, sie involvieren und mitverantwortlich für den Lehr-Lern-Prozess machen = Aktivierung

Der dritte heißt: Menschen, auch erwachsene Menschen, sind nicht nur Verstandeswesen, sondern haben Gefühle und Sinne. Methoden der Lehre müssen daher den ganzen Menschen einbeziehen, Kopf, Herz und Hand ? ganz im reformpädagogischen Sinne - am Lernen beteiligen = Ganzheitlichkeit

Die Lernform ?Training? ist in besonderer Weise dazu geeignet, diese methodischen Grundsätze umzusetzen.